Barrierefrei auf dem Alb-Bähnle

Sehr geehrte Reisende,

um auch mobilitätseingeschränkten Personen wie Behinderte, Rollstuhlfahrer, aber auch älteren Menschen die Freude am Museumszug zu ermöglichen informieren wir Sie hier über unsere Bemühungen eine möglichst weit reichende Barrierefreiheit zu schaffen.


Zugang zu den Bahnsteigen

Die Bahnsteige der Bahnhöfe haben folgende Höhe über Schienenoberkante:

Amstetten:    14 cm
Oppingen:      0 cm

Amstetten:

Der Zugang zum Bahnsteig in Amstetten erfolgt von der Industriestraße aus über den schienengleichen Bahnsteigzugang. Der Höhenunterschied zur Bahnsteigkante ist als Schräge ausgebildet. Der Höhenunterschied beträgt hier 14 cm

amst1


 

Oppingen:

Der Bahnsteig in Oppingen ist von der Straße aus ohne Höhenunterschied frei zugänglich.

Zugang zu den Infrastruktureinrichtungen

Die Parkplätze beim Bahnhof Amstetten gehören zur Mehrzweckhalle der Gemeinde Amstetten. Es stehen genügend Parkplätze zur Verfügung, sodass auch Fahrzeuge von behinderten Personen problemlos abgestellt werden können.
Im Bahnhofsbereich in Oppingen sind keine Parkplätze vorhanden.

Der Fahrkartenschalter in Amstetten steht direkt am Bahnsteig und ist daher ohne Höhenunterschied frei zugänglich.
In Oppingen ist kein Fahrkartenschalter vorhanden. Fahrkarten werden hier vom Schaffner am Bahnsteig oder direkt im Zug verkauft.

Zugang zu den Zügen

Da in jedem öffentlich zugänglichen Zug für Personenbeförderung mindestens vier Personen an Personal vorhanden sind, ist immer genügend Kapazität vorhanden, um die mobilitätseingeschränkten Reisenden vor und während der Fahrt zu betreuen. (z.B. Einstiegshilfe, oder Hilfeleistung am Bahnsteig)
Zur Beförderung von Rollstuhlfahrern stehen zwei hierfür geeignete Wagen zur Verfügung: Ein Personenwagen mit Gepäckabteil, durch dessen Türe ein Rollstuhl hinein gehoben werden kann, und ein Gepäckwagen der durch Notsitze zur Personenbeförderung hergerichtet und zugelassen ist.

An den Bahnsteigen sind keine Sicherheitslinien (taktile Streifen) angebracht, da erstens die Geschwindigkeit nur maximal 30km/h beträgt und zweitens die Bahnsteigflächen nur mit Splitt befestigt sind.

Information der Reisenden

An jedem Bahnhof wird der Bahnhof-Name durch den Zugführer ausgerufen.
Darüber hinaus sind für hörbehinderte Personen die Bahnhofnamen gut sichtbar am Unterstand des Bahnhof Amstetten und am Bahnhofsgebäude Oppingen angebracht.

Sehbehinderte Personen

Alle Züge der Museumsbahn sind stets begleitet (Zugführer, Schaffner). Alle Betriebspersonale sind angewiesen, sich besonders um sehbehinderte Reisende zu
kümmern.

Kostenlose Beförderung in öffentlichen Verkehrsmitteln

Das Alb-Bähnle wird ausschließlich von ehrenamtlichen Mitarbeitern betrieben und nur durch die Fahrgeldeinnahmen ist der Erhalt für weitere Generationen möglich.
Es handelt sich beim Alb-Bähnle um eine Museumsbahn, also um einen Freizeitbetrieb und nicht um ein Verkehrsmittel im Sinne des §147 SGB IX.
Vom Land Baden Württemberg werden keine Ausgleichszahlungen geleistet.
Wir bitten deshalb um Verständnis, dass eine kostenlose Beförderung von Personen gemäß §145 Abs.1 SGB IX im Alb-Bähnle nicht möglich ist.

Verbesserungsvorschläge:

Sehr geehrte Besucher dieser Seite oder unserer Bahn.

Wir möchten uns ständig verbessern und unser Angebot möglichst gut auf ihre Wünsche abstimmen. Nur durch ihre konstruktive Kritik können wir das tun.

Wenn es etwas gibt das wir aus ihrer Sicht verbessern sollten, sei es bei unserem Internetauftritt, oder beim Alb-Bähnle selbst, dann lassen Sie es uns wissen.MMM

Tarifbestimmungen

 

zur Durchführung von Dampfzugfahrten auf der Schmalspurbahn Amstetten-Oppingen
"Alb-Bähnle" gültig ab 1.5.2012


1. Entgelttarif

1.1 Fahrpreistafel (Anlage 1)

2. Tarifgebiet und Geltungsbereich

Für die Beförderung von Personen, Sachen und Tieren auf der Schienenstrecke der Ulmer Eisenbahnfreunde eV mit Dampfzügen, gelten die nachstehenden Tarifbestimmungen.

2.1. Tarifbestimmungen

2.1.1 Einzelfahrkarte

Es werden relationsbezogene Einzelfahrkarten für eine Einfache Hin- und für Hin- und Rückfahrt ausgegeben. Diese gelten für eine Fahrt in Richtung Fahrtziel und werden bereits entwertet ausgegeben. Umsteigen und Fahrtunterbrechung sind nicht gestattet.

2.1.2 Einzelfahrkarte Kind

Die in der Fahrpreistafel (Anlage 1) angegebenen Fahrpreise für Kinder gelten von 4 bis 14 Jahren. Ab dem Tag an dem das Kind 15 Jahre alt wird, gilt der Erwachsenentarif. Ansonsten gelten die Bestimmungen für Einzelfahrkarten unter 2.1.1.

2.1.3 Familienkarte

Für die Beförderung von Eltern und 2 dazugehörigen Kinder (Familienkinder) werden gesonderte ermäßigte Familienkarten ausgegeben. (Anlage 1)

2.1.4 Gruppenfahrten

Ab 25 Personen werden auf der Strecke Amstetten-Oppingen Gruppenfahrkarten zu ermäßigten Preisen ausgegeben. (Anlage 1)

2.1.5 Hunde

Hunde werden unentgeltlich mitgenommen.

2.1.6 Erstattung

Eine Erstattung von Fahrkarten des Dampfzugverkehrs ist ausgeschlossen.

2.1.7 Fahrräder

Fahrräder können nur auf Anfrage im Rahmen des möglichen Platzangebotes im Güterwagen unentgeltlich mitgenommen werden. Eine Beförderungsgarantie kann nicht gegeben werden.

2.1.8 Kinderwagen, Krankenfahrstühle

Kinderwagen und Krankenfahrstühle und sonstige orthopädische Hilfsmittel können nur auf Anfrage im Rahmen des möglichen Platzangebotes unentgeltlich mitgenommen werden. Eine Beförderungsgarantie kann nicht gegeben werden.

2.1.9 Beförderung von Schwerbehinderten

Eine unentgeltliche Beförderung von Schwerbehinderten, ihrer Begleitpersonen und von Blindenführhunden erfolgt bei Vorliegen eines Nachweises der erheblichen Beeinträchtigung in der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr mit einem Grad der Behinderung von wenigstens 80 und Vorlage eines Ausweises mit halbseitigem orangefarbenen Flächenaufdruck und eingetragenem Merkzeichen G.

Umsatzsteuer

In den Fahrpreisen (außer den Gesellschaftssonderzügen) ist die gesetzliche Umsatzsteuer gemäß der jeweils aktuellen Fassung des UStG enthalten.

3. Genehmigung und Inkrafttreten

Vorstehende Tarifbestimmungen wurden von den Tarifaufsichtsbehörden der Ulmer Eisenbahnfreunde eV genehmigt und treten am 1. Mai 2012 in Kraft.


Anlage 1

Fahrpreise
  Einfach Hin- und Rückfahrt
Erwachsene 6,00 € 8,00 €
Kind (4-14 Jahre) 4,00 € 6,00 €
Familienkarte   24.00 €
Fahrrad kostenlos
Gruppenermäßigung ab 25 Personen 10%*)
Wochenendticket, BaWü-Ticket, DING Tageskarte, HTV-Tageskarte: 1 € Rabatt auf Erwachsenen-Rückfahrkarte
*) Ermäßigung nur bei Rückfahrkarten und Fahrpreisbezahlung in einem Betrag

Geburtstagskinder, die an einem unserer Betriebstage Geburtstag haben, fahren an diesem Tag bei uns - gegen Vorlage eines Ausweises - kostenlos!

Schwerbehinderte werden bei Vorlage des grün-orangen Ausweises unentgeltlich befördert.

Es gelten die Beförderungsbedingungen und die Tarifbestimmungen des Alb-Bähnle

Bei Ausfall der Dampflok wird eine Diesellok eingesetzt.


Änderungen und Irrtümer vorbehalten!


Beschreibung der Strecke Amstetten-Oppingen

Bahnanlagen der Meterspurbahn

In Amstetten präsentieren sich die Anlagen der Schmalspurbahn gegenüber der WEG -Betriebszeit fast unverändert: Parallel liegen das Bahnsteig- und ein Umsetzgleis mit einem Stumpfgleis Richtung Süden. Nach Norden schließen sich die beiden Zufahrtsgleise zu den Rollbockgruben an, daneben liegen zwei weitere Abstellgleise. Früher waren diese am nördlichsten Ende wieder durch eine Weiche miteinander verbunden und führten zu einem Ausziehgleis, über das eine heute noch vorhandene Rampe zur Verladung von Schmalspurfahrzeugen auf Transportwagen der Normalspur erreicht wurde. An das linke Stumpfgleis schließt sich seit Herbst 1992 die von den UEF erbaute Fahrzeug- und Werkstatthalle an.

Ein eigenartiges Relikt stellt die handbediente Drehscheibe in diesem Stumpfgleis dar, welche nicht etwa zum Wenden von Dampfloks diente: Vielmehr hatte die WEG auf der Suche nach einem billigen Dieselfahrzeug 1954 einen Überlandbus erworben, die Lenkeinrichtung ausgebaut, stattdessen Spurkranzräder montiert und somit einen kuriosen Schienenbus daraus gebastelt. Weil der Bus nur ein Bedienpult besaß, schuf die WEG-Hauptwerkstatt Neuffen aus Teilen einer Brückenwaage und von Feldbahnloren zwei dieser Drehscheiben einfachster Bauart - so kurz, daß dessen Räder gerade darauf paßten. In den Endpunkten Amstetten und Laichingen war jeweils eine Scheibe installiert, wo nach jeder Fahrt das Personal den Schienenbus wenden mußte. Für die Museumsbahn ist die Einrichtung ohne Nutzen, wird aber als Beispiel für die sparsame Betriebsführung beibehalten.


In der Anfangszeit existierte nur eine Rollbockgrube, ferner eine überdachte Rampe an den Gleisen 3 und 4 für den Warenumschlag zwischen Normalspur- und Schmalspurwagen, sowie zwei Umladekräne. Eigene Hochbauten besaß die WEG hier nicht; Warteraum und Fahrkartenausgabe fanden die Fahrgäste im Empfangsgebäude der Staatsbahn, das über den 1981 abgebrochenen Fußgängersteg (jetzt Unterführung) zu erreichen war.

In Oppingen besteht lediglich ein Umfahrgleis für die Lok. Das ursprünglich in Richtung Amstetten abzweigende Stumpfgleis ist längst entfernt, ebenso die einst vorhandene Rollbockgrube. Damit war es möglich, Normalspurwagen zur Entladung abzusetzen, während man die Rollböcke anderweitig verwenden konnte. Das Bahnhofsgebäude dient als "Vereinsheim" und zur Bewirtung der angereisten Fahrgäste.

Das UEF-Schmalspurbahn-Vereinsheim im Oppinger Bahnhofsgebäude

Der Oberbau, also die Gleise mit Schotter, besteht aus Schmalspurgleisen mit 1000 mm Spurweite. Die Schienen haben vorwiegend die preußische Form 6 d (1 Meter Schienenprofil wiegt 33,4 kg) und wurden meist in den fünfziger und sechziger Jahren als Ersatz für das ursprüngliche Material verlegt, sind selbst jedoch erheblich älter. Teergetränkte Buchenholzschwellen bilden den Gleisrost, lediglich die Weichen haben teilweise eiserne Schwellen und stammen von der Joseph Vögele AG, Mannheim. Den weißen Kalksteinschotter besitzen in Deutschland wohl nur die Bahnen auf der Schwäbischen Alb, weil man das Bettungsmaterial von nahegelegenen Steinbrüchen bezog. Die geringe Druckfestigkeit des Kalksteins reichte für die geringen Achslasten auf den Nebenbahnen aus.


Fernbetätigte Signale und sonstige Zugsicherungseinrichtungen gibt es nicht, mit Ausnahme der Trapeztafeln vor den Bahnhöfen. Auch die Bahnübergänge sind nur durch Andreaskreuze gesichert, was bei dem geringen Betriebsumfang völlig ausreicht.

(Aus: Das Alb-Bähnle, von Hans-Joachim Knupfer)

 

Das Streckenende in Oppingen

 

Eine Reise von Amstetten nach Oppingen

Man findet nur wenige ehemals durchgehende Flußtäler in Nord-Süd-Richtung, welche die Hochfläche der Schwäbischen Alb durchbrechen. Einer dieser Talzüge, der beim Herausbrechen der Weißjura-Albplatte brach und dabei die landschaftsprägende Abrißkante, den Albtrauf, bildete, ist das Talpaar Fils/Lone. Dessen Paß zwischen Geislingen und Amstetten, die "Geislinger Steige", bildet gleichzeitig die niedrigste Stelle des Albtraufs in dieser Region. Damit stellt die Steige (gesprochen: "Staige") einen günstigen, uralten Verkehrsweg dar, den seit 1850 auch die württembergische Hauptbahn Stuttgart - Ulm nutzte. Den eigentlichen Aufstieg auf die Albhochfläche vollbrachten die beiden Zweigstrecken der WEG nach Laichingen und Gerstetten. Die Fahrt nach Laichingen zeigte dabei zwei herausragende Landschaftselemente der Alb: Erst ein enges, wasserloses Tal, dann die weite, sanftkuppige Flächenalb auf der Höhe.

In Amstetten nimmt die Fahrt gegenüber dem Bahnhof der Hauptbahn ihren Ausgang. Das Alb-Bähnle rollt zunächst südlich, parallel zur Hauptbahn in Richtung Ulm und überquert dabei die Verbindungsstraße nach Amstetten-Dorf. Drüben mag gerade ein stolzer Schnellzug vorüberrauschen, dessen Reisende sich für einige Sekunden erstaunt die Nasen an der Scheibe plattdrücken. In einem Bogen durchstechen wir in tiefem, kurzen Einschnitt eine Geländenase, deren helles Weißjuragestein die geologische Beschaffenheit der Alb offenbart. Anschließend schwenkt das Zügle in einer großen S-Kurve nach rechts zum sich verengenden Duital ab. Links schiebt sich das große Werk der Heidelberger Druckmaschinen AG und die Landstraße nach Nellingen ins Bild, rechts zeigt sich ein typisches Attribut der Alb, ein mit schlanken Säulenwacholdern bestander Trockenrasenhang. Vielleicht taucht auch eine Herde Schafe auf, denn nur durch das regelmäßige Beweiden dieser Flächen halten die Tiere alle anderen Sträucher außer dem dornigen und bitteren Wacholder kurz, so daß dieser seine elegant-düsteren Wuchsgestalten bilden kann.

Ein Pfiff der Lok macht uns auf den kommenden Bahnübergang des nächsten Verbindungsweges nach Amstetten-Dorf aufmerksam, der hinter dem zweiten Felseinschnitt liegt. Hier befand sich in den ersten Betriebsjahren die Ladestelle Amstetten Steinbruch.

Während auf einem kurzen Damm ein Seitental überquert wird, weicht das lustige "wuschwusch" unseres Zugpferdes einem angestrengten, harten "wuff-wuff", denn die bisher nur leicht angestiegene Strecke tritt jetzt in den Steilstreckenabschnitt ein. Es gilt, rund 50 Tonnen Zuggewicht in der Steigung von 1:35, das ist ein Meter Anstieg auf 35 Längenmeter (2,9 %) in Bewegung zu halten. Über den Schnellzug von vorher würde die 99er wohl nur lächeln, denn die vielgerühmte Geislinger Steige hat nur eine Neigung von 1:43 (2,3 %), und außerdem: Werde Du, liebe Schnellzuglok, erst einmal über 100 Jahre alt . . .

Nach Passieren eines weiteren Einschnittes hat sich die Szenerie stark verändert: Das stille, von keinem Gewässer oder Weg durchzogene Duital hat uns ganz aufgenommen, und am oberen Rand des Sonnenhangs fügt sich der Bahnkörper mit dem weißen Schotterbett so schmal und unauffällig ein, als würde er schon immer dazugehören. Wer für die weitere Ausdehnung des Straßenverkehrs mit "umweltfreundlichem" Straßenbau oder "lärmarmen" Fahrzeugen plädiert, überzeuge sich hier, wie verträglich und harmonisch sich nur die Eisenbahn in die Umwelt einfügen kann. Ein Wort zur Dampflok: Was dem Kamin entsteigt, ist hauptsächlich Wasserdampf, je nach Betriebszustand vermischt mit Kohlenrußpartikelchen, praktisch jene Emmission, die auch beim Abbrennen eines Holz- oder Kohlefeuers entsteht. In ihrer Art und vor allem in der Größenordnung sind diese Hinterlassenschaften relativ unbedenklich.

Bevor sich das Tal vollends zu einer dunklen Waldklinge verengt, beunruhigen uns vielleicht die Bremsen - nicht die des Zuges (die sind geprüft), sondern jene am Waldrand herumschwirrenden Stechinsekten, die das Züglein mit seinem Inhalt als willkommenes rollendes Büffet zu betrachten scheinen; jedoch wird deren Eifer dank der Rauchschwaden gedämpft. Schließlich weicht der Wald zurück, wir queren den Fahrweg nach Reutti, und das Tal weitet sich mit Wiesen und einzelnen Gehölzgruppen zu einem immer größeren Panorama. Wie ein grüner Tunnel wölben sich für einige Augenblicke kräftige Buchenkronen über den Wagendächern. Mit geschwungener Linienführung folgt das Gleis jetzt dem linken Talrain, während der Wald weit zurückgetreten ist. Nochmals tritt links dunkler Nadelwald, rechts ein Hügel dicht an die Bahn heran, dann kommt ein Fachwerkbau in Sicht: Die heutige Endstation Oppingen. Über dem endlos erscheinenden Horizont wallender Ähren schiebt sich links ein roter, spitzer Dachgiebel empor: Der Oppinger Kirchturm kündet von der Existenz des Dorfes. Jetzt wird auch der Bahnhof in seiner bescheidenen Ausdehnung richtig erkennbar: Zwei Gleise, ein ebenso architektonisch ansprechendes wie winziges Riegelfachwerkhäuschen mit schiefergedecktem Krüppelwalmdach, Wartehalle und angebautem Güterschuppen - der Substanz gewordene Wunschtraum eines phantasiebegabten Spielzeugeisenbahners, wie es scheint, jedoch Zeugnis einer vergangenen Ingenieurbaukunst, die den Anspruch absoluter Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit noch mit dem der Gefälligkeit und menschengerechten Gestaltung zu verbinden wußten.

Ankunft

Soeben ist der Zug in Oppingen eingefahren. Die Reisenden genießen noch den Hauch Nostalgie, der über dem Bahnhof liegt. Manche starten zu einer Wanderung durch die reizvolle Gegend (siehe auch unsere Service-Seiten mit Wanderungen ab Oppingen: Dampfbahn-Wanderweg 1Dampfbahn-Wanderweg 2Dampfbahn-Wanderweg 3 | Dampfbahn-Wanderweg 4). Andere nutzen die Zeit bis zur Rückfahrt, um sich in unserem Vereinsheim zu stärken.

Foto: (c) Daniel Saarbourg

"Oppenga", ruft jetzt der Schaffner, "Oppenga", denn mit quietschenden Bremsen sind wir am Bahnsteig angekommen. Ausgerechnet die früher unbedeutendste Station der Laichinger Bahn bildet jetzt den Endbahnhof und ist in aller Munde! Nur einmal zuvor, Mitte der dreißiger Jahre beim Autobahnbau, war hier etwas geboten: Eine starke, eigens von der Härtsfeldbahn ausgeliehene Lok brachte schwere Güterzüge mit Baumaterial bis Oppingen, wo sie von einer regulären Laichinger Maschine übernommen und bis zur Baustelle bei Nellingen geschleppt wurden, denn dort bestand eine eigens angelegte Güterladestelle.

(Aus: Das Alb-Bähnle, von Hans-Joachim Knupfer)

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