Aus aktuellem Anlass

Wie der Onlineausgabe der Lokalzeitung "Südwest Presse" zu entnehmen ist, soll es bei den Ulmer Eisenbahnfreunden "Streit" um Einnahmen aus einem "lukrativen Güterverkehr" geben.
Diese Darstellung ist so nicht zutreffend.

  • Der Verein Ulmer Eisenbahnfreunde e.V. ist ein Dachverein mit vier verschiedenen Sektionen, die an vier unterschiedlichen Standorten in Baden-Württemberg historische Eisenbahnfahrzeuge erhalten und betreiben.

  • Ausschließlich in der selbstständigen Sektion *UEF Lokalbahn Amstetten-Gerstetten e.V.* werden zur Zeit leidenschaftliche Diskussionen über Güterverkehre auf ihrer Strecke geführt, die die Museumsstrecke werktags mit benutzen und dafür (das ist gesetzlich vorgeschrieben) Infrastrukturnutzungsgebühren zu entrichten haben.

  • Diese Nutzungsgebühren stellen eine Kompensation der Aufwendungen für die bahnbetriebliche Administration und die Vorhaltung der Schieneninfrastruktur der Strecke Amstetten - Gerstetten dar. Ihre Bemessung ist gegenüber den Behörden prüf- und genehmigungspflichtig und darf nur in einem von der Regulierungsbehörde festgelegten Rahmen die Deckung der  nachweisbare Aufwendungen sicherstellen. Dies ist allenfalls kostendeckend und sicher nicht "Lukrativ".

Auseinandersetzungen sind äußeres Zeichen eines engagierten sich-Befassens mit Themen, zu denen mindestens zwei Kontrahenten unterschiedliche Auffassungen haben. Kein Grund zur Sorge solange die Sachlichkeit gewahrt bleibt. Im ehrenamtlichen Bereich (wie auch in einer Familie) wird Manches emotionaler betrachtet als z.B. im Berufsleben.
Der Vorstand der Ulmer Eisenbahnfreunde e.V. dem der Hauptartikel zur Zeit noch nicht vorliegt sorgt sich daher weniger um seine auf der Lokalbahn Amstetten-Gerstetten aktiven Vereinskameraden als um Niveau und Sachlichkeit der Artikel in der Lokalpresse.

Die anderen Sektionen betreiben weiterhin ehrenamtlich historische Zugfahrten und erfreuen sich großem Zuspruch.

Post an die Lokalbahn Amstetten-Gerstetten

UEF Lokalbahn Amstetten-Gerstetten e.V. (Sitz Gerstetten)

Postfach 1123
89543 Gerstetten

Besucheranschrift: Am Bahnhof 1, 89547 Gerstetten
Am Bahnhof 3, 73340 Amstetten

Vorsitzende: Marcus Vöhringer

Industriediesellok "Friederike"

Friederike

Status: Fristablauf


Die Lok wurde für den Werkstattverschub in Menzingen verwendet. Sie wurde von der Karlsruher Zweigstelle der Firma Oiltanking gespendet.


Technische Daten "Friederike"
Baujahr, Hersteller - Orenstein & Koppel, Dortmund, Fabriknr. 26237
Typ MV 4a
Bauart B-dm
Treib- und Kuppelraddurchmesser 850 mm
Zylinderzahl 4
Leistung 75 PS Dauerleistung, kurzzeitig 105 PS
Getriebe Dreigang Lamellen-Kupplungsgetriebe
Geschwindigkeiten 4,4/8,4/15 km/h
Länge über Puffer -
Leergewicht 15,5 t
Dienstgewicht 16,0 t
Achsstand 2.500 mm
kleinster Kurvenradius 50 m

Die Rangier-Kleinlok 322 518-2

alias Köf 6346


Gabi

Status: in HU


Köf 6346 wurde 1956 unter der Fabriknummer 5058 bei der Firma Gmeinder in Mosbach gebaut.

Weiterer Lebenslauf

Abnahme AW Friedrichshafen 08. August 1958,
Lastprobefahrt: Friedrichshafen- Aulendorf und zurück
Bisherige Standorte der Maschine:
1958-1969 AW Karlsruhe
1969-1980 Bw Karlsruhe
1980-2008 Stadtwerke Karlsruhe, Abt. Heizkraftwerk

seit Ende 2008 UEF Sektion Ettlingen/Dampfnostalgie Karlsruhe


Interessante Seiten zum Erhalt weiterer Fahrzeuge dieses Typs:
Deutsche Kleinloks

Technische Daten 322 518-2
Baujahr 1956, Gmeinder, Mosbach
Bauart B
Motor Kaelble GN 130 S
Getriebe J.M. Voith GmbH, Heidenheim
Treib- und Kuppelraddurchmesser 850 mm
Laufraddurchmesser -
Leistung 128 PS
Höchstgeschwindigkeit 30 km/h
Länge über Puffer 6.450 mm
Gewicht dienstbereite Lok 17 t
  12.100 mm

Die badische G12 - 58 311

58 311 Amstetten

Foto von Thomas Kunhäuser


Status: in Betrieb


Die Lokomotive 58 311 der Ulmer Eisenbahnfreunde ist eine der "echten Raritäten" unter den in Deutschland erhalten gebliebenen Dampflokomotiven.

Die Baureihe (BR) 58 entstand 1917 aus den Erfahrungen des 1.Weltkrieges heraus auf Druck der Heeresverwaltung, die aus Gründen der Ersatzteilhaltung unter Kriegsbedingungen eine von allen Bahnverwaltungen gemeinsam in großer Stückzahl zu beschaffende Lok forderte. Nach einem Entwurf von Henschel wurden schließlich bis Kriegsende noch knapp 200 Stk. der bulligen 1´Eh3-Maschinen gebaut, denen in den folgenden Jahren noch weitere 1200 Lokomotiven folgten. Insgesamt beschafften die badischen, sächsischen, württembergischen und preußischen Staatsbahnen zusammen 1.345 Lokomotiven vom Typ G12.

Die Lokomotive 58 311 wurde 1921 von der Maschinenbaugesellschaft Karlsruhe unter der Fabriknummer 2153 gebaut. Bis 1942 war sie hauptsächlich im BW Karlsruhe Rbf stationiert, kam aber dann, mit zusätzlichem Frostschutz versehen, zum Kriegseinsatz nach Oberschlesien beim BW Groschowitz. Nach einigen Irrfahrten wurde die Lok 1946 in Senftenberg wieder in Betrieb genommen und im BW Reichenbach/Vogtland einer "Gesundungs-L0" unterzogen, mit der die ärgsten Unterhaltungsmängel behoben wurden.

Nach Gastspielen in Werdau, Zwickau, Gera und Greiz kam die Lok 1960 zum BW Karl-Marx-Stadt/Hilbertsdorf, wo sie bis 1973 eingesetz war. Die letzte Stationierung der inzwischen als 58 1111-2 umgezeichneten Lokomotive war bis 1977 das BW Aue.

Am 19.03.1977 erreichte 58 311 als Zuglok eines Güterzuges die damalige deutsch-deutsche Grenze und anschließend als Lz-Fahrt (Bilder dazu siehe rechte Spalte, Sammlung Saarbourg) das Dampflokmuseum (DDM) in Neuenmarkt-Wirsberg, wo sie bis zum Verkauf an die UEF im Jahre 1984 als nicht-betriebsfähiges Ausstellungsstück zu sehen war.

Nach erfolgter Hauptuntersuchung konnte die Lok am 8. Juni 1985 bereits wieder zugelassen werden und kam bei den Fahrzeugparaden der DB zum 150-jährigen Jubiläum erstmals wieder vor großem Publikum zum Einsatz. Im Winter 1992/93 stand die Lok zur Fahrwerks-Hauptuntersuchung an, die im RAW Meiningen durchgeführt wurde. Seitdem war 58 311 bis zum Ablauf der Kesselfrist im Januar 2001 bei zahlreichen Sonderfahrten in ganz Deutschland, Frankreich und der Schweiz im Einsatz zu bewundern.

Vom 3. Juni 2006 bis Januar 2017 war diese Lokomotive nach langer und aufwändiger Hauptuntersuchung wieder betriebsbereit und fuhr unzählige Kilometer für die Sektion Dampfnostalgie Karlsruhe und andere Vereine.

Seit dem befindet sich die Lok in der Kessel Hauptuntersuchung und wird voraussichtlich 2018 wieder in Betrieb genommen.


Erhaltene Lokomotiven der BR 58
Bedingt durch die frühe Ausmusterung im Westen sind nur wenige Exemplare der BR 58 erhalten geblieben:
58 261 rollfähig, DB-Traditionslokomotive in Chemnitz-Hilbertsdorf, seit 1976 außer Betrieb
58 311 betriebsfähig, Ulmer Eisenbahnfreunde
58 1226 hinterstellt in Ljubljana (Slowenien), nicht betriebsfähig (JZ 36-13)
58 1297 Wolsztyn, Polen (Ty1-76)
58 1376 Dupnitza (BDZ 13.20)
58 1616 ex Dampfspender, schlechter Zustand, viele Teile fehlen, Standort Hermeskeil
58 2505 Karsznice (Ty23-273, Breitspur)
58 2563 Chabowka (Ty23-104)
58 2729 im Museum in Jaworzyna Slaska (Ty23-145)
58 3047 Glauchau (Reko)
58 3049 Schwarzenberg (Reko)
58 311 ist damit die einzige betriebsfähig erhalten gebliebene Lokomotive ihrer Baureihe und wohl auch die einzige Lok, deren technischer Zustand einen langfristigen Betrieb ermöglichen kann. Sie ist noch weitgehend "original" im Reichsbahnzustand der 20er Jahre.

Technische Daten 58 311
Baujahr 1921, Maschinenbaugesellschaft Karlsruhe
Bauart 1´Eh3
Treib- und Kuppelraddurchmesser 1.400 mm
Laufraddurchmesser 1.000 mm
Leistung 1.540 PSi
Höchstgeschwindigkeit 65 km/h
Länge über Puffer 18.495 mm
Gewicht dienstbereite Lok 95,7 Tonnen (ohne Tender)
  90 80 0058 311-6

Literatur zur Baureihe 58:
Jörg Sauter: "58 311"; Ulmer Eisenbahnfreunde 1994
Manfred Weisbrod/Horst Obermayer: "Die Baureihe 58"; Eisenbahn Journal Sonderausgabe, überarbeiteter Nachdruck 1990

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