Aus aktuellem Anlass

Wie der Onlineausgabe der Lokalzeitung "Südwest Presse" zu entnehmen ist, soll es bei den Ulmer Eisenbahnfreunden "Streit" um Einnahmen aus einem "lukrativen Güterverkehr" geben.
Diese Darstellung ist so nicht zutreffend.

  • Der Verein Ulmer Eisenbahnfreunde e.V. ist ein Dachverein mit vier verschiedenen Sektionen, die an vier unterschiedlichen Standorten in Baden-Württemberg historische Eisenbahnfahrzeuge erhalten und betreiben.

  • Ausschließlich in der selbstständigen Sektion *UEF Lokalbahn Amstetten-Gerstetten e.V.* werden zur Zeit leidenschaftliche Diskussionen über Güterverkehre auf ihrer Strecke geführt, die die Museumsstrecke werktags mit benutzen und dafür (das ist gesetzlich vorgeschrieben) Infrastrukturnutzungsgebühren zu entrichten haben.

  • Diese Nutzungsgebühren stellen eine Kompensation der Aufwendungen für die bahnbetriebliche Administration und die Vorhaltung der Schieneninfrastruktur der Strecke Amstetten - Gerstetten dar. Ihre Bemessung ist gegenüber den Behörden prüf- und genehmigungspflichtig und darf nur in einem von der Regulierungsbehörde festgelegten Rahmen die Deckung der  nachweisbare Aufwendungen sicherstellen. Dies ist allenfalls kostendeckend und sicher nicht "Lukrativ".

Auseinandersetzungen sind äußeres Zeichen eines engagierten sich-Befassens mit Themen, zu denen mindestens zwei Kontrahenten unterschiedliche Auffassungen haben. Kein Grund zur Sorge solange die Sachlichkeit gewahrt bleibt. Im ehrenamtlichen Bereich (wie auch in einer Familie) wird manches emotionaler betrachtet als z.B. im Berufsleben.
Der Vorstand der Ulmer Eisenbahnfreunde e.V. dem der Hauptartikel zur Zeit noch nicht vorliegt sorgt sich daher weniger um seine auf der Lokalbahn Amstetten-Gerstetten aktiven Vereinskameraden als um Niveau und Sachlichkeit der Artikel in der Lokalpresse.

Die anderen Sektionen betreiben weiterhin ehrenamtlich historische Zugfahrten und erfreuen sich großem Zuspruch.

WEG Ci 18

Weg Ci 18

Der Wagen 18 der WEG gehört seit mindestens 1962 zur Lokalbahn. Seiner Inneneinrichtung beraubt, überlebte er die Jahre als Lagerwagen und diente den aktiven Lokalbahnern im Bundeswehrdepot Amstetten (ehemals Wifo Ammenau) als Lager und Aufenthaltsraum. Vereinsintern sprechen wir vom "Württemberger Hof".

Leider ist das Waggon in einem sehr schlechten Zustand. Als Originalfahrzeug der Lokalbahn ist er sehr wertvoll für den Verein. Aufgrund des schlechten Zustands ist die Zukunft des Waggons jedoch noch unklar, da eine Restauration einem Neuaufbau gleich kommt.

Technische Daten - WEG 18
Betriebsnummer WEG 18
Bauart, Herkunft ehem. Personenwagen
Länge über Puffer 11.400 mm
Drehgestellabstand -
Achsstand 8.600 mm
Gewicht unbekannt
Sitzplätze 50 (Einrichtung nicht mehr vorhanden)
Heizung ursprünglich Dampfheizung
Stromversorgung keine
Höchstgeschwindigkeit 60 km/h
Hersteller Beuchelt & Co. Grünberg in Schlesien
Baujahr 1901
Bei UEF/LAG 1982
Status abgestellt

Gedeckte Güterwagen Glms 207

Nr. 63 204 und 64 205



Ende April 1999 konnten die UEF von der DB AG die Bahnhofswagen 64 204 (2180 1433 597) und 64 205 (2180 1433 551) übernehmen. Während Wagen 64 204 als allgemeiner Lagerwagen im Bahnhof Gerstetten dient, wird der 64 205 als Gleisbaugerätelager eingesetzt. Die Einstufung als nicht betriebsfähige Bahnhofswagen war jedoch insbesondere beim Gleisbaugerätewagen sehr hinderlich, mussten doch Geräte und Materialien für die Baustellen immer auf den Skl umgeladen werden. Im Sommer 2003 haben beide Wagen daher eine Hauptuntersuchung erhalten und können seither bei Bedarf "auf Achse" gehen, wovon beim 64 205 auch öfter Gebrauch gemacht wird.

Zum Wagentyp

Bei den Fahrzeugen handelt es sich um DB-Umbauten des DR-Typs "Glms201". Technikhistorisch sind die beim Umbau weitgehend unveränderten Fahrwerke der Wagen von besonderem Interesse: Bei gegenüber dem "G10" nahezu unverändertem Wagenkastengrundriss wurden die Radsätze viel weiter an das Wagenende verlegt. Die mit diesem auf 7,0 m verlängerten Radstand größer gewordene geführte Länge ermöglichte nun eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h (gegen über 65 km/h beim G10 mit nur 4,5 m Radstand). Nachdem die technische Entwicklung inzwischen auch die wirtschaftliche Herstellung langer tragfähiger Wagenrahmen für Güterwagen ermöglichte, entstanden als Standardbauarten nur noch Zweiachser mit Radständen über 7 m.

Die Deutsche Reichsbahn im Vereinigten Wirtschaftsgebiet bestellte in den Jahren 1948 - 1950 bei ausländischen Wagenbauanstalten u. a. Wagen dieser Bauart, um den erhöhten Anforderungen gerecht werden zu können. Sie mußte zwangsläufig bei den gedeckten Güterwagen auf die Kriegsbauart "Bremen", allerdings in verstärkter Ausführung, zurückgreifen, da Neukonstruktionen noch nicht baureif vorlagen. Die Fahrzeuge hatten Gleitlager, Einfachschaken und 650 mm-Puffer. Der Wagenkasten mit Tonnendach und Firnisdecke war mit einer Beplankung aus Brettern versehen, später durch Platten ersetzt.

Die Fahrzeuge mit der Bauart-Nr 207 sind ab 1967 von der Deutschen Bundesbahn aus den alten Wagen der Gattung Glms 201 gebaut worden. Beim Umbau entstanden die neuen Wagenkästen aus unverdichteten Platten aus Kunstharzholz. Die Dachhaut wurde aus Leichtmetallblech gefertigt. Im Gegensatz zu den anderen gedeckten Güterwagen haben die Wagen der Bauart 207 an jeder Längsseite nur eine einfache Lüftungsklappe erhalten und sind nur für unverderbliche Güter zugelassen.

Technische Daten - Wagen Typ Glms 207
Betriebsnummer 64 204, 64 205
Bauart, Herkunft Glms 207, ex Bahnhofswagen
64 204
, DB 2180 1433 597,
64 205, DB 2180 1433 551
Länge über Puffer 10.000 mm
Drehgestellabstand -
Achsstand 7.000 mm
Eigengewicht 10,1 t
Ladefläche 23,6 m2
Lastgrenzen 21,0 t
Bremse Hik-GP
Musterzeichnung Fwg 260.01.1/Fwg 207.01.000.001
Nummernreihe 1350 000 bis 1356 609, ab 1980 nicht mehr im Bestand
Erstes Lieferjahr 1948/Umbau 1967
Höchstgeschwindigkeit 100
Hersteller unbekannt
Bei UEF/LAG seit 1999
Status betriebsfähig

Gedeckter Güterwagen Gos-uv 245


Die Fahrzeuge der Bauart-Nr 245 bildeten die größte Gruppe der zweiachsigen gedeckten Güterwagen. Ab 1953 sind die Wagen zunächst mit Bretterbekleidung, ab 1954 dann mit Plattenbekleidung aus unverdichteten Kunstharzholzplatten gebaut worden. Alle Fahrzeuge, die kein Sprengwerk aufweisen, haben Langträger aus Profilen U 240 erhalten. Bei den einzelnen Gattungsvarianten dieser Wagenbauart gibt es geringe Abweichungen in den Hauptmaßen. Einheitlich ist jedoch die Dachausführung. Das Dachgerippe wird von dem Dachrahmen und 13 Spriegeln gebildet und ist mit 1,3 mm dickem Leichtmetallblech auf einer Holzverschalung bekleidet.


Als sich im Frühjahr 2000 abzeichnete, dass die Lagerkapazität der vorhandenen Wagen 64 204 und 205 für die Auslagerung der Gerstetter Werkstatt während der Lokschuppensanierung im folgenden Herbst nicht ausreichen würde, suchte die Lokalbahn nach Alternativen. Dabei wurde der Bahnhofswagen 79 010 entdeckt, der in Ulm sozusagen "direkt vor der Haustür" stand und bei der DB nicht mehr benötigt wurde. Mit verschiedenen Sonderzügen kam er etappenweise nach Gerstetten und wurde dort umgehend "gefüllt". Auch nach Abschluss der Sanierung wurde der 79 010 weiter als Lagerwagen benötigt und verblieb daher in Gerstetten.


Technische Daten - Wagen Typ Gos-uv 245
Betriebsnummer Bahnhofswagen 79 010
Bauart, Herkunft

gebaut als Glmehs 50 zwischen 1953 und 1960, ab 1980 als Gos-uv 245 bezeichnet.

Alte Nummer 21 80 141 1 992

Länge über Puffer 12.500 mm
Drehgestellabstand -
Achsstand 6.800 mm
Eigengewicht 12,2 t
Ladefläche 30,0 m2
Lastgrenzen -
Bremse Hik-GP ohne Handbremse (es gibt auch Wagen dieser Bauart mit Handbremse, sie sind etwas länger und schwerer)
Musterzeichnung Fwg 260.01.1/Fwg 207.01.000.001
Nummernreihe

151 7 100 bis 152 7 999, 152 9 000 bis 152 9 057, 154 5 000 bis 155 7 959, 174 5 000 bis 174 5 009

Erstes Lieferjahr 1948/Umbau 1967
Höchstgeschwindigkeit 100km/h; einige Gos-uv 245 waren für den Einsatz als Gepäckwagen in Personenzügen zeitweise für 120 km/h zugelassen
Hersteller unbekannt
Bei UEF/LAG seit 2000
Status abgestellt
Der Wagen verfügt über Dampf- und E- Heizleitungen (Kennbuchstaben u und v)

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